Geschichte

Das Schiffleutmuseum Stadl-Paura

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Das Gebäude, in dem heute das Schiffleutmuseum untergebracht ist, zählt zu den ältesten Häusern in Stadl-Paura. Am 21. Mai 1668 wurde in diesem Haus der spätere Abt des Stiftes Lambach, Maximilian Pagl,
geboren. Pagl gilt als einer der bedeutendsten Äbte des Stiftes. Ihm verdanken wir unter anderem die eindrucksvolle Dreifaltigkeitskirche in Stadl-Paura, die er zwischen 1714 und 1725 durch den Barockbaumeister
Johann Michael Prunner errichten ließ und die als eine der bedeutendsten barocken Kunstschöpfungen nördlich der Alpen gilt.

Der Vater Maximilian Pagls war Zillenhüter am Stadl und hatte als solcher die Aufgabe, die von Gmunden ankommenden Salzzillen hier zu übernehmen, zu befestigen, sie nach Schäden zu untersuchen,
diese sofort zu melden und deren Reparatur zu veranlassen. Er hatte das Salz, das während der Nacht auf den Schiffen verblieb oder auf andere umgeladen worden war, vor Feuchtigkeit und Diebstahl zu
schützen. Als Haus eines ehemaligen Zillenhüters und Geburtshaus des Abtes Maximilian Pagl ist dieses Gebäude geradezu prädestiniert, Heimstätte des Stadlinger Schiffleutmuseums zu sein. Im Landsteuer
Urbar von 1721 wird das Haus als „Landhaus“ bezeichnet, ebenso auch noch im Explicationsbogen von 1770. Im Fassionsbuch der Gemeinde Stadl- Traun aus dem Jahre 1788 scheint es als „Steinkoglerhaus“ auf. Später bürgerte sich auch der Name Paglhaus oder Hirterhaus“ ( = Hüter – Zillenhüter) ein.

1927 wurde das Gebäude von der Lambacher Flachsspinnerei erworben und diente nun als Wohnhaus für Fabriksarbeiter. Baufällig und völlig abgewohnt, sollte es 1974 der Spitzhacke zum Opfer fallen. Da der
damalige Vorstand des Schiffervereines eine dauerhafte Lösung für die Unterbringung seiner Sammlungen suchte (diese waren bisher immer nur provisorisch in verschiedenen Objekten untergebracht), wurden
Verhandlungen mit der Lambacher Flachsspinnerei bezüglich des Erwerbes des Hauses aufgenommen. Schließlich übergab die Lambacher Flachsspinnerei dieses Gebäuse mit einem Schenkungsvertrag
an die Marktgemeinde zum Zwecke der Errichtung eines Schiffleutmuseums. Nach der Zusage finanzieller Hilfen durch Bund, Land und anderer Institutionen begannen noch im sei ben Jahr die Mitglieder des Schiffervereines mit den Umbau- und Adaptierungsarbeiten. Fünf Jahre später waren diese Arbeiten abgeschlossen und das Museum konnte am 16. Juni 1979 feierlich eröffnet werden.